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Passivhausstandard (Neubau)

Das Prinzip eines Passivhauses

Der Begriff "Passivhaus" bezeichnet einen Baustandard, der als eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses charakterisiert werden kann. Durch die Optimierung von Bauteilen der wärmeübertragenden Gebäudehüllfläche und der technischen Gebäudeausrüstung sowie der Einhaltung der speziellen baulichen Anforderungen an Kubatur, Bauweise oder Gebäudeausrichtung wird ein Neubau den energetischen Ansprüchen eines Passivhauses gerecht. Durch die Minderung von Wärmeverlusten und die intelligente Nutzung solarer Wärmeeinträge und interner Wärmelasten wird der Einsatz separater Heiz- und Klimatisierungssysteme unnötig oder stark reduziert. Das Gebäude beheizt sich folglich 'passiv' mit Hilfe der solaren Einstrahlung und der Wärmegewinne, die durch den Aufenthalt von Personen und der elektrischen Ausstattung im Gebäude entstehen.

Um diesen Gebäudezustand zu erhalten sind schon in der Entwurfsplanung die folgenden fünf entscheidenden Prinzipien eines Passivhauses zu berücksichtigen:

  • - Exzellenter Wärmeschutz
  • - Wärmebrückenfreiheit
  • - Einbau von Passivhausfenstern
  • - Luftdichtheit
  • - Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Die Anforderungen eines Passivhauses

Für die Erlangung des Zustands einer potenziellen passiven Beheizung sind Kriterien vorgegeben, die durch eine detaillierte Planung erzielt und durch geeignete computergestützte Planungswerkzeuge berechnet werden können. Ein Gebäude darf als Passivhaus bezeichnet werden, wenn zumindest folgende Kriterien erfüllt sind.

Heizwärmebedarf: max. 15    kWh    (entspricht ca. 1,5  l Heizöl )
(m2*a) (m2*a)
Primärenergiebedarf: max. 120    kWh       
(m2*a)  
Luftdichtheit: max. 0,6 Luftwechsel
Stunde  
 
Zusätzlich sind zur Orientierung passivhauserprobte Richtwerte zum Erreichen der energetischen Zielsetzung eines Passivhauses vorgegeben:
 
Wärmedämmung (U-Wert): max. 0,15     W    
(m2*K)  
Fenster (Uw, eingebaut): max. 0,85     W     (bei gleichzeitig hoher Durchlässigkeit der Verglasung für Solarstrahlung)
(m2*K)
Wärmerückgewinnungs- grad der Lüftungsanlage: mind. 75 %

Für die Umsetzung ist die Entscheidung für den Passivhausbaustandard frühzeitig festzulegen, da spezielle Anforderungen an die Planung des Gebäudeentwurfs gestellt werden. Zur Erlangung eines energie- und kosteneffizienten Gebäudes ist darüber hinaus die Einbeziehung aller relevanten Gewerke schon in der Vorplanung entscheidend.

Nähere Informationen zur Umsetzung eines Passivhausneubaus sind unter www.passiv.de zu erhalten.

Im Auftrag des Landes Hessen bietet die HessenEnergie für die Umsetzung von Nichtwohngebäuden in Passivhausbauweise eine kostenfreie Vorfeldberatung an und es werden Empfehlungen für die Umsetzung eines energie- und kosteneffizienten Passivhauses gegeben.